Hättehausen wäre größer als Berlin: So viele Wohnungen hätte der Bau seit 1991 mehr bauen können

Der Produktivitätsrückstand am Bau entspricht rechnerisch Wohnraum für rund 4,3 Millionen Menschen. Am stärksten trifft es den Ausbau, zu dem Elektro, Sanitär und Heizung gehören.
Roland Riethmüller (BDBau) und Tobias Händler (Benetics AI) halten das gelbe Ortsschild „Hättehausen. Die Stadt, die nie gebaut wurde“ vor der Messe Berlin

Berlin, 13. Oktober 2026. Hätte der Bau seit 1991 so an Produktivität zugelegt wie die Gesamtwirtschaft, hätte er bis 2019 mit derselben Arbeit rechnerisch rund 2,3 Millionen Wohnungen mehr bauen können. Das ist Wohnraum für rund 4,3 Millionen Menschen, mehr als Berlin Einwohner hat.

Das zeigt eine Auswertung amtlicher Daten durch Benetics AI, die das Unternehmen gemeinsam mit dem Bundesverband Digitales Bauwesen (BDBau) zur Eröffnung der gedatec vorstellt. Vor der Messe Berlin enthüllten beide heute Morgen ein gelbes Ortsschild für eine Stadt, die es nie gab: Hättehausen.

„Die Zeit geht zwischen Baustelle und Büro verloren“

Roland Gerwing, Geschäftsführer des Elektro- und SHK-Betriebs Gerwing Söhne aus Bonn, kennt das aus dem Alltag: „Auf unseren Baustellen arbeiten gute Leute. Die Zeit geht nicht beim Arbeiten verloren, sondern zwischen Baustelle und Büro: beim Dokumentieren, Suchen, Nachfragen und Nacharbeiten, weil ein Plan veraltet war. Genau da hilft uns Benetics AI.“

Wo der Rückstand sitzt

Grundlage sind die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen des Statistischen Bundesamts (Rechenstand Mai 2026). Neu an der Auswertung ist der Blick in die einzelnen Bereiche des Baus. Die Wirtschaftsleistung je Erwerbstätigem entwickelte sich von 1991 bis 2019 so:

  • Ausbau (u. a. Elektro, Sanitär, Heizung, Trockenbau): minus 28 Prozent
  • Hochbau: plus 7 Prozent
  • Tiefbau: plus 30 Prozent
  • Gesamtwirtschaft zum Vergleich: plus 28 Prozent
Balkendiagramm: Wirtschaftsleistung je Erwerbstätigem 1991 bis 2019, Tiefbau plus 30 Prozent, Gesamtwirtschaft plus 28 Prozent, Hochbau plus 7 Prozent, Ausbau minus 28 Prozent
Grafik „Wo der Rückstand sitzt“. Quelle: Statistisches Bundesamt, Auswertung: Benetics AI

Im Ausbau arbeiten drei von vier Erwerbstätigen am Bau. Je Arbeitsstunde gerechnet erwirtschaftete das gesamte Baugewerbe 2019 real rund 12 Prozent weniger als 1991, die Gesamtwirtschaft rund 44 Prozent mehr. Die Auswertung endet 2019, weil die Jahre danach stark von Preis- und Nachfrageeffekten geprägt sind. Nach vorläufigen Zahlen ist der Abstand seither weiter gewachsen.

Ein Hebel liegt in den Betrieben

Vieles am Rückstand liegt außerhalb der Betriebe, etwa Regulierung, Genehmigungsverfahren und der Fachkräftemangel. Die Zahlen sind deshalb kein Urteil über die Menschen auf der Baustelle. Einen Teil haben die Betriebe aber selbst in der Hand, nämlich wie Informationen zwischen Baustelle und Büro fließen.

„KI darf kein Bürothema bleiben“, sagt Ferdinand Metzler, Gründer und CEO von Benetics AI. „Sie öffnet den Menschen auf der Baustelle einen neuen Zugang zur Digitalisierung, und dort liegt der Produktivitätshebel.“

„Digitalisierung am Bau wird oft mit BIM und Großprojekten gleichgesetzt“, sagt Roland Riethmüller, geschäftsführender Vorstand des BDBau. „Dabei zeigen die Zahlen, wo die Digitalisierung tatsächlich am dringendsten benötigt wird: in den ausführenden Gewerken. Dort haben digitale Werkzeuge das größte Potenzial, diese allgemeine Entwicklung zu korrigieren. Wichtig ist nur, dass sie auch im Alltag ankommen.“

Ortsschild, Daten und Gesprächspartner

„Mit der gedatec bringen wir erstmals Elektro, SHK und Dach unter einem Dach zusammen. Hättehausen zeigt, warum das wichtig ist: Ob am Bau produktiver gearbeitet wird, entscheidet sich in den ausführenden Gewerken“, sagt Ruth Senitz, Projektleiterin der gedatec bei der Messe Berlin.

Das Ortsschild steht bis 15. Oktober am Stand von Benetics AI auf der gedatec (Halle 2.2, Stand 324). Die vollständige Auswertung mit Jahrestabelle, Quellen und Grenzen steht unter www.haettehausen.de. Hättehausen ist eine Rechengröße, keine Zahl verhinderter Wohnungen. Daten und Grafiken sind mit Quellenangabe frei verwendbar, Gespräche mit Ausbaubetrieben vermittelt Benetics AI.

Über den Bundesverband Digitales Bauwesen (BDBau)

Der Bundesverband Digitales Bauwesen e.V. (BDBau) ist die bundesweite Interessenvertretung für digitale Innovationen im Bauwesen. Mit rund 160 Mitgliedern fördert er ConstructionTech-Lösungen, vernetzt Startups mit etablierten Marktakteuren und treibt die Digitalisierung der Bauwirtschaft voran. Gemeinsam mit Partnern veranstaltet der BDBau Pitch-Events und vernetzt seine Mitglieder zu unternehmensübergreifenden digitalen Prozessketten für die Planung, den Bau und den Betrieb von Gebäuden. www.bdbau.org

Über Benetics AI

Benetics AI ist ein KI-Softwareunternehmen für die ausführenden Gewerke am Bau. Die App bringt Pläne, Aufgaben und Kommunikation auf die Baustelle und hält Baustelle und Büro auf demselben Stand. Berichte und Mängel erfassen die Teams per Sprache, unterstützt von einem KI-Assistenten. Mehr als 500 Unternehmen setzen die Software ein. Benetics AI wurde 2022 gegründet und ist Mitglied im Bundesverband Digitales Bauwesen. www.benetics.ai

Pressekontakt

Fotos, Grafik und Daten: honorarfrei zur Berichterstattung im Presseordner. Titelbild: Roland Riethmüller (BDBau, links) und Tobias Händler (Benetics AI, rechts) am Ortsschild „Hättehausen“ vor der Messe Berlin, 13. Oktober 2026. Bildnachweis: Benetics AI / Stephan Falk

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Häufig gestellte Fragen.

Antworten auf die häufigsten Fragen – mehr im Help Center.

Eine Rechengröße: die Stadt, die der Bau seit 1991 rechnerisch zusätzlich hätte bauen können, wenn seine Produktivität so gewachsen wäre wie die der Gesamtwirtschaft. Bis 2019 wären das rund 2,3 Millionen Wohnungen für rund 4,3 Millionen Menschen. Es ist keine Zahl verhinderter Wohnungen.

Aus den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen des Statistischen Bundesamts, Rechenstand Mai 2026. Rechenweg, Jahrestabelle, Quellen und Grenzen stehen unter www.haettehausen.de.

Die Jahre danach sind stark von Preis- und Nachfrageeffekten geprägt. Nach vorläufigen Zahlen ist der Abstand zwischen Bau und Gesamtwirtschaft seither weiter gewachsen.

Der Ausbau: Dort sank die Wirtschaftsleistung je Erwerbstätigem von 1991 bis 2019 um rund 28 Prozent. Im Hochbau stieg sie um 7 Prozent, im Tiefbau um 30 Prozent, in der Gesamtwirtschaft um 28 Prozent. Zum Ausbau gehören unter anderem Elektro, Sanitär, Heizung und Trockenbau.

Ja, mit Quellenangabe. Fotos, Grafik und Daten liegen honorarfrei zur Berichterstattung im Presseordner unter benetics.pro/presse. Bildnachweis: Benetics AI / Stephan Falk.

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